Brustkrebs ist die häufigste und gefährlichste Krebserkrankung bei Frauen.
Mehr als 70.000 in Deutschland erhalten jedes Jahr diese schwerwiegende Diagnose.
Eine von acht Frauen bekommt in ihrem Leben Brustkrebs – jede Fünfte stirbt daran.
Frauen im Alter von 50 bis 69 werden jedes zweite Jahr zur Mammographie-Untersuchung eingeladen. Jüngere Frauen bekommen die Kosten hierfür nur in Ausnahmefällen von den Kassen erstattet. Aber: 20% der Brustkrebserkrankungen betreffen Frauen unter 50. Und je früher ein Brustkrebs erkannt wird, desto höher sind die Heilungschancen.

Und genau hier setzt die gemeinnützige Organisation Discovering Hands an, die blinde und sehbehinderte Frauen zu medizinischen Tastuntersucherinnen (MTU) ausgebildet. Der Clou: Blinde und Sehbehinderte haben einen hochentwickelten Tastsinn, der es ihnen erlaubt, auch kleinste Veränderungen der Brust aufzuspüren. 30 – 60 Minuten nehmen sich die speziell ausgebildeten Tastuntersucherinnen für eine gründliche Brustuntersuchung Zeit. Zum Vergleich: Für eine manuelle Abtastung haben Gynäkologen nur wenige Minuten. Die von Discovering Hands ausgebildeten Tastuntersucherinnen ertasten bereits 6-8 Millimeter kleine Knötchen in drei Gewebeschichten. Sehende Ärzte erspüren Knoten erst ab ca. 10 mm und bei einer Selbstabtastung werden Veränderungen erst ab einer Knotengröße von ca. 25 mm wahrgenommen.

Warum wir diese Organisation sehr gerne unterstützen: Discovering Hands eröffnet blinden und sehbehinderten Frauen eine berufliche und sinnstiftende Perspektive auf dem ersten Arbeitsmarkt und ermöglicht eine gründlichere Brustkrebsfrüherkennung. Zudem werden Frauen durch die Tastexpertinnen dazu befähigt, ihre Brüste selbst und systematisch abzutasten. Die Brustkrebsfrüherkennung insgesamt wird deutlich verbessert. Die flächendeckende Taktilographie könnte sogar bis zu 160 Millionen Euro im Gesundheitswesen einsparen.

 

Wir spenden unsere Expertise und helfen Discovering Hands damit beim dem Ziel, die Taktilographie flächendeckend bereitzustellen. Die besondere Herausforderung liegt hierbei für uns in der Frage, wie sich die taktilen Fähigkeiten und Vorteile blinder und sehbehinderter Menschen auf Druckprodukte und Give-Aways übertragen lassen. Sprich, wie kann ein hochentwickelter Tastsinn für sehende Menschen haptisch codiert und sensorisch erlebbar gemacht werden. Wir freuen uns auf die Kooperation und werden an dieser Stelle regelmäßig über dieses Projekt berichten.